Nichts ist in Deutschland schlechter dokumentiert als die persönliche Welt der Menschen in den 1950er und 1960er Jahren – und insbesondere auf die Jugend jener Jahre fiel immer nur ein fahles Licht, bis sie sich gegen 1968 gewaltsam den Weg in das Bewusstsein der Mächtigen bahnte.
Anhand unseres Projekts „Klassenschönste“ wollen wir die 1950er, 1960er und 1970er Jahre ein wenig aufarbeiten, und zwar im Sinne der Menschen, nicht im Dienste einer Soziologie, die von oben auf uns herabblickt wie ein Insektenforscher auf einen Ameisenhaufen. Damit wird dies subjektive Sicht beibehalten, haben wir uns für eine einzige Person in den Schulen entscheiden, die wir befragen wollen: die Klassenschönste. Die Aspekte unseres Vorhabens sind vielfältig: Sie reichen von der allgemeinen Situation der Jugend in Schule und Ausbildung über die Einflüsse der „Schönheit“ auf Erfolg und Musserfolg im späteren Leben bis hin zu Aspekten der Jugendsexualität im Rahmen der Koedukation.
Wen wir als „Klassenschönste“ suchen
Wir suchen Frauen der Einschulungsjahrgänge 1950 bis 1980, also Personen, die heute zwischen etwa 65 und 35 Jahre alt sind. Wir benötigen diesen Abstand, um eine gesicherte Aussage über den Nutzen der „Schönheit“ in der Schule für das spätere Leben zu bekommen. Es ist nicht nötig, dass Ihre Klasse eine Abiturklasse war, gefragt sind:
- Hauptschüler
- Realschüler
- Gymnasiasten, die in Klasse 10 die Schule verlassen haben
- Abiturenten
- Berufsschüler
Wir suchen zudem eine sehr kleine Vergleichsgruppe von Frauen, die im Moment gerade das Abitur machen oder eine Berufsschule abschließen. Sie müssen über 18 Jahre alt sein, um teilnehmen zu können.
Was wir fragen werden
Wir werden mit allen Teilnehmerinnen ein 10-minütiges Telefoninterview führen, indem einige wichtige Fragen zur Person gestellt werden. Erscheint uns die Lebensgeschichte besonders interessant, so werden wir die Personen um ein weiteres Gespräch bitten, ansonsten gehen die Daten nur anonymisiert in die Statistiken ein, die wir erstellen werden.
Wir erwarten, dass wir das Projekt bis Mitte 2010 angeschlossen haben. Alle Teilnehmer erhalten dann die ausführlichen Ergebnisse. Wir würden gerne mit etwa 30 Teilnehmerinnen ausführliche Gespräche führen, die dann als zeitgeschichtliche Dokumente veröffentlicht werden sollen.
Hier werden wir Sie ständig über den Verlauf des Projekts informieren und wir werden Fragen beantworten, die an uns gestellt werden.
Für Sie persönlich ist mit der Teilnahme kein Risiko verbunden – Ihre Daten werden auf Wunsch anonymisiert. Sie können aber auf Wunsch auch mit Ihrem vollen Namen und einem Foto an die Öffentlichkeit treten – es wäre sehr nett, wenn dies einige von Ihnen auch wirklich tun würden.
Bitte wenden Sie sich per Email an: oder die im Impressum angegebene Adresse.