Eines der lächerlichsten Argumente, die gegen die „Klassenschönste“ vorgebracht werden, besteht darin, Schönheit sei „unverdient“. Wer so denkt, sollte sich vergegenwärtigen, dass alle Anlagen, mit denen wie auf die Welt kommen, unverdient sind. Erst die daraus entwickelten Fähigkeiten werden in der Gesellschaft honoriert, nicht aber die Anlagen selbst. Auch die Schönheit an sich bringt zunächst keine Vorteile, sondern lediglich der Umgang damit.
Was die Neider betrifft, so ist wie beim sozialen Neid: Diejenigen, die über unverdiente Schönheit schimpfen, zerfetzen sich auch das Maul über unverdiente soziale Stellungen. Dieses Verhalten ist hochgradig „bildungsfremd“, denn niemand ist auf Dauer schön oder sozial hochgestellt, der von anderen in dieser Funktion nicht anerkannt wird. Mit anderen Worten: Man macht sich seine Stellung als "schönste" oder „sozial anerkannteste“ Frau nicht selbst – wir werden vielmehr von anderen dazu erkoren.
Die Neider sind auch an einer anderen Stelle blind: Sie sehen die Vorteile, die aus bevorzugten Stellungen entsehnen, aber nicht die damit verbundenen Konflikte.
Die Frage, die allen Neidern im Munde liegt „warum sie – warum nicht ich?“, ist recht naiv. Fragt man nämlich die Personen zurück: „Gut, und was habt ihr, was sie nicht hat?“, dann erlebt man meist ein verstörtes Schweigen.
Man könnte etwas darin erkennen - nämlich dass die Schule den Begriff des „Selbstmarketing“ nicht kennt und man könnte sich fragen, ob dies nachteilig für den Menschen der heutigen Zeit in Beruf und Partnerwahl ist. Ich glaube allerdings nicht, dass man eine deutsche Schulbehörde für dieses Thema interessieren könnte.