Die Neider der Klassenschönsten
Donnerstag, 7. Mai 2009 16:23 auswirkungen Gebhard Roese Kommentare (0)
Eines der lächerlichsten Argumente, die gegen die „Klassenschönste“ vorgebracht werden, besteht darin, Schönheit sei „unverdient“. Wer so denkt, sollte sich vergegenwärtigen, dass alle Anlagen, mit denen wie auf die Welt kommen, unverdient sind. Erst die daraus entwickelten Fähigkeiten werden in der Gesellschaft honoriert, nicht aber die Anlagen selbst. Auch die Schönheit an sich bringt zunächst keine Vorteile, sondern lediglich der Umgang damit.
Was die Neider betrifft, so ist wie beim sozialen Neid: Diejenigen, die über unverdiente Schönheit schimpfen, zerfetzen sich auch das Maul über unverdiente soziale Stellungen. Dieses Verhalten ist hochgradig „bildungsfremd“, denn niemand ist auf Dauer schön oder sozial hochgestellt, der von anderen in dieser Funktion nicht anerkannt wird. Mit anderen Worten: Man macht sich seine Stellung als "schönste" oder „sozial anerkannteste“ Frau nicht selbst – wir werden vielmehr von anderen dazu erkoren.
Die Neider sind auch an einer anderen Stelle blind: Sie sehen die Vorteile, die aus bevorzugten Stellungen entsehnen, aber nicht die damit verbundenen Konflikte.
Die Frage, die allen Neidern im Munde liegt „warum sie – warum nicht ich?“, ist recht naiv. Fragt man nämlich die Personen zurück: „Gut, und was habt ihr, was sie nicht hat?“, dann erlebt man meist ein verstörtes Schweigen.
Man könnte etwas darin erkennen - nämlich dass die Schule den Begriff des „Selbstmarketing“ nicht kennt und man könnte sich fragen, ob dies nachteilig für den Menschen der heutigen Zeit in Beruf und Partnerwahl ist. Ich glaube allerdings nicht, dass man eine deutsche Schulbehörde für dieses Thema interessieren könnte.
Was die Neider betrifft, so ist wie beim sozialen Neid: Diejenigen, die über unverdiente Schönheit schimpfen, zerfetzen sich auch das Maul über unverdiente soziale Stellungen. Dieses Verhalten ist hochgradig „bildungsfremd“, denn niemand ist auf Dauer schön oder sozial hochgestellt, der von anderen in dieser Funktion nicht anerkannt wird. Mit anderen Worten: Man macht sich seine Stellung als "schönste" oder „sozial anerkannteste“ Frau nicht selbst – wir werden vielmehr von anderen dazu erkoren.
Die Neider sind auch an einer anderen Stelle blind: Sie sehen die Vorteile, die aus bevorzugten Stellungen entsehnen, aber nicht die damit verbundenen Konflikte.
Die Frage, die allen Neidern im Munde liegt „warum sie – warum nicht ich?“, ist recht naiv. Fragt man nämlich die Personen zurück: „Gut, und was habt ihr, was sie nicht hat?“, dann erlebt man meist ein verstörtes Schweigen.
Man könnte etwas darin erkennen - nämlich dass die Schule den Begriff des „Selbstmarketing“ nicht kennt und man könnte sich fragen, ob dies nachteilig für den Menschen der heutigen Zeit in Beruf und Partnerwahl ist. Ich glaube allerdings nicht, dass man eine deutsche Schulbehörde für dieses Thema interessieren könnte.
Wie die Klassenschönste wirkt
Dienstag, 5. Mai 2009 08:00 auswirkungen Gebhard Roese Kommentare (0)
Das Besondere an der Klassenschönsten im Gegensatz zu allen anderen Phänomenen in Schulklassen besteht in der Tatsache, dass genau dieses Mädchen für Veränderungen sorgen wird, die völlig ungeplant waren und die dennoch oft tief greifende Auswirkungen auf die kybernetischen Prozesse haben, die innerhalb der Klassengemeinschaft wirksam werden. Das Aufblühen ihrer Schönheit und die Bestätigung, die sie dafür bekommt, verändert das Verhalten der Klassenschönsten gegenüber den Jungen, aber auch gegenüber den Mädchen. Sie wird mit neuen Qualitäten von Ablehnung und Zuneigung konfrontiert, auf die sie sich erst einstellen muss.
Es ist ein Trugschluss, anzunehmen, dass die Klassenschönste die Lehrerschaft, insbesondere deren männlichen Teil, unbeeindruckt lässt, denn auch hier werden psychokybernetische Prozesse wirksam. Die Watzlawicksche Theorie der Kommunikation besagt ja, dass man nicht „nicht kommunizieren“ kann. Versucht also eine männliche Lehrkraft, die Wirkung der Schönheit krampfhaft zu ignorieren, so entstehen allein daraus Kommunikationsprozesse, die unterschwellig ablaufen und zu Fehlreaktionen führen können. Zum besseren Verständnis: „ich benote sie besser, weil sie schön ist“ entspringt dem gleichen Muster wie „ich benote sie schlechter, um mir nicht anmerken zu lassen, wie ihre Schönheit auf mich wirkt“.
Ob die Klassenschönste eine Bedeutung erlangt, die über die Klasse hinaus geht, ist stets unsicher. In der Regel wirkt sie auf Schüler der nächsthöheren Klassen noch weitaus stärker als auf die unmittelbaren Mitschüler, was abermals Auswirkungen auf die sozialen Prozesse innerhalb der Schule haben kann – beim Austritt aus der Schulzeit sind diese dann aber weitgehend verpufft.
Wirklich interessant wird die Wirkung der Klassenschönste deshalb erst, wenn sie über die Schule hinaus ins öffentliche Leben ausstrahlt – und dabei ist es mit der Schönheit alleine nicht getan. Was musste also noch dazu kommen? Welche Auswirkungen hatte es auf die Berufs- und Partnerwahl, einmal die Klassenschönste gewesen zu sein? Konnte man aus den ersten Erfahrungen damit, einmal die Schönste gewesen zu sein, etwas lernen?
Wir hoffen, mit unserem Projekt eines Tages Antworten darauf zu finden.
Es ist ein Trugschluss, anzunehmen, dass die Klassenschönste die Lehrerschaft, insbesondere deren männlichen Teil, unbeeindruckt lässt, denn auch hier werden psychokybernetische Prozesse wirksam. Die Watzlawicksche Theorie der Kommunikation besagt ja, dass man nicht „nicht kommunizieren“ kann. Versucht also eine männliche Lehrkraft, die Wirkung der Schönheit krampfhaft zu ignorieren, so entstehen allein daraus Kommunikationsprozesse, die unterschwellig ablaufen und zu Fehlreaktionen führen können. Zum besseren Verständnis: „ich benote sie besser, weil sie schön ist“ entspringt dem gleichen Muster wie „ich benote sie schlechter, um mir nicht anmerken zu lassen, wie ihre Schönheit auf mich wirkt“.
Ob die Klassenschönste eine Bedeutung erlangt, die über die Klasse hinaus geht, ist stets unsicher. In der Regel wirkt sie auf Schüler der nächsthöheren Klassen noch weitaus stärker als auf die unmittelbaren Mitschüler, was abermals Auswirkungen auf die sozialen Prozesse innerhalb der Schule haben kann – beim Austritt aus der Schulzeit sind diese dann aber weitgehend verpufft.
Wirklich interessant wird die Wirkung der Klassenschönste deshalb erst, wenn sie über die Schule hinaus ins öffentliche Leben ausstrahlt – und dabei ist es mit der Schönheit alleine nicht getan. Was musste also noch dazu kommen? Welche Auswirkungen hatte es auf die Berufs- und Partnerwahl, einmal die Klassenschönste gewesen zu sein? Konnte man aus den ersten Erfahrungen damit, einmal die Schönste gewesen zu sein, etwas lernen?
Wir hoffen, mit unserem Projekt eines Tages Antworten darauf zu finden.
Konkurrenz der Klassenschönsten
Montag, 4. Mai 2009 10:10 auswirkungen Gebhard Roese Kommentare (0)
Die Schule fördert einerseits die persönliche Konkurrenz untereinander, versucht andererseits aber auch, Menschen zu gemeinschaftlichem Handeln zu motivieren. Letztendlich geht es im Leben weder um das Eine noch um das Andere: Wichtig ist vielmehr, im rechten Moment die Eigenschaften einzusetzen, die am Nützlichsten sind.
Es dürfte klar sein, dass es unmöglich ist, den Wettbewerb um die „Klassenschönste“ zu ignorieren – er wird unter den beteiligten Mädchen einerseits selbst ausgetragen, andererseits legen auch die Jungen der Klasse Maßstäbe fest, anhand derer sie die Mädchen der Klasse beurteilen – und Schönheit ist dabei eine wichtige Komponente. Wer hier mit Gleichmacherei kommt, etwa nach dem Motto „wird sind alle schön“, der ignoriert als Pädagoge, dass im Geheimen dennoch ausgewählt und bewertet wird.
In vielen Schulklassen gibt es durchaus mehrerer Mädchen, die als „Klassenschönste“ in Frage kommen, und ob und wie sie untereinander konkurrieren, hängt so gut wie ausschließlich von ihren Persönlichkeiten und Entwicklungen ab. Diejenigen, die immer schon schön waren und es auch wissen, lassen sich kaum von Konkurrenz beeindrucken, während die Mädchen, die erst während der Pubertät zu weiblichen Schönheiten aufblühen, erst einmal damit umgehen lernen müssen. Bei ihnen ist wesentlich wahrscheinlicher, dass sie das neu gewonnene Terrain verteidigen wollen. Daraus können die berühmten „Zickenkriege“ entstehen oder auch die weniger bekannte „Stutenbissigkeit“, bei der es zumeist nicht ausschließlich um die Schönheit, sondern zudem um die Führerschaft in der Gruppe der Frauen geht.
Wie bereits eine oberflächliche Analyse zeigt, wird der „Klassenschönsten“ der Erfolg oft deswegen nicht gegönnt, weil sie ihn ohne erkennbare eigene Leistung erworben hat. Die ist insbesondere in Gymnasien der Fall, in denen lediglich skalierbare Leistungen zählen, während Erfolge, die ohne eigene Leistung erzielt werden, zumeist gar nicht honoriert werden. Die Klassenschönste muss also damit rechnen, wegen des angeblichen „unverdienten“ Erfolgs verachtet zu werden.
Es dürfte klar sein, dass es unmöglich ist, den Wettbewerb um die „Klassenschönste“ zu ignorieren – er wird unter den beteiligten Mädchen einerseits selbst ausgetragen, andererseits legen auch die Jungen der Klasse Maßstäbe fest, anhand derer sie die Mädchen der Klasse beurteilen – und Schönheit ist dabei eine wichtige Komponente. Wer hier mit Gleichmacherei kommt, etwa nach dem Motto „wird sind alle schön“, der ignoriert als Pädagoge, dass im Geheimen dennoch ausgewählt und bewertet wird.
In vielen Schulklassen gibt es durchaus mehrerer Mädchen, die als „Klassenschönste“ in Frage kommen, und ob und wie sie untereinander konkurrieren, hängt so gut wie ausschließlich von ihren Persönlichkeiten und Entwicklungen ab. Diejenigen, die immer schon schön waren und es auch wissen, lassen sich kaum von Konkurrenz beeindrucken, während die Mädchen, die erst während der Pubertät zu weiblichen Schönheiten aufblühen, erst einmal damit umgehen lernen müssen. Bei ihnen ist wesentlich wahrscheinlicher, dass sie das neu gewonnene Terrain verteidigen wollen. Daraus können die berühmten „Zickenkriege“ entstehen oder auch die weniger bekannte „Stutenbissigkeit“, bei der es zumeist nicht ausschließlich um die Schönheit, sondern zudem um die Führerschaft in der Gruppe der Frauen geht.
Wie bereits eine oberflächliche Analyse zeigt, wird der „Klassenschönsten“ der Erfolg oft deswegen nicht gegönnt, weil sie ihn ohne erkennbare eigene Leistung erworben hat. Die ist insbesondere in Gymnasien der Fall, in denen lediglich skalierbare Leistungen zählen, während Erfolge, die ohne eigene Leistung erzielt werden, zumeist gar nicht honoriert werden. Die Klassenschönste muss also damit rechnen, wegen des angeblichen „unverdienten“ Erfolgs verachtet zu werden.
Tags für diesen Artikel: erfolg, klassenschönste, konkurrenz, leistung, projekt, unverdient, wettbewerb
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